kunkello's notebook

Dinge, die mir durch den Kopf gehen…

Die Revolution frisst ihre Kinder: Die “Generation Schweini” auf dem Weg aufs Altenteil

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Urlaub ist etwas Schönes. Vor allem dann, wenn die Schulferien der Kinder noch nicht begonnen haben. Einfach mal ausspannen. Netflix vielleicht? Playstation? Oder einfach nur im Bett bleiben? Alles gute Optionen. Aber Nein! Man will sich ja für die Arbeit fit halten, im Rhythmus bleiben. Also machen wir doch einfach eine schöne Excel Tabelle, schulen unsere “analytical skills”, wer rastet der rostet…

Da trifft es sich gut, dass ich mir in diesen Tagen etwas Gedanken gemacht habe. Kommt vor. Kommt vor allem vor, dass ich mir solche Gedanken zum Thema Fussball mache. Da diese Woche Wimbledon im Fernsehen läuft, bietet es sich an mal darüber zu sinnieren, ob man mit 30 Jahren wirklich zu alt für Fussball auf höchstem Niveau ist. Und stattdessen lieber zu den Tennisplätzen dieser Welt jettet, seine hübsche Freundin anfeuert, um dann in der zweiten Turnierwoche noch schön Urlaub in London, Paris, New York zu machen.

Genug der Vorrede. Das Schlagwort, dass sich mir in den Kopf gebrannt hat, ist “Jugendwahn im Fussball”. Eine schnelle Google-Suche zu diesem Thema hat ergeben, dass im Jahre 2003 ein gewisser Oliver Kahn vor diesem Trend gewarnt hat. Und dass zum Beispiel etwa zur gleichen Zeit ein Trainer namens Felix Magath aus der Not eine Tugend (Jugend?) gemacht hat, und die sogenannten Jungen Wilden “geboren” wurden.

(Disclaimer: für letzteres hätte ich als VfB-Fan natürlich Google nicht gebraucht)
(Disclaimer II: und geboren wurden die Jungen Wilden jeweils natürlich in den frühen 80ern).

Wie bringe ich diese Gedanken jetzt also mit Excel zusammen?

Nun, ich bin bei meiner Suche auch auf einen recht aktuellen Kommentar in der Zeit gestossen, der im Zusammenhang mit Bastian Schweinsteiger darauf verwies, dass man noch vor zehn Jahren mit seinen 30 Lenzen im besten Fussballeralter war, und noch eine zweite goldene Hälfte einer Fussballerkarriere vor sich hatte.

Das wollte ich also genauer wissen und habe mir das Durchschnittsalter unserer Nationalmannschaft seit den letzten Atemzügen der Ribbeck-Ära angeschaut. Dabei habe ich dann jeweils drei Aufstellungen eines Jahres verglichen, inklusive Einwechselspieler: das erste Freunschaftsspiels eines Jahres, das erste Pflichspiel eines Jahres (im Wechsel entweder ein Turnierauftakt oder das erste Qualifikationsspiel) und das letzte “ernst zu nehmende” Spiel eines jeweiligen Jahres (um z.B. solche abstrusen Events wie die Asien- und USA-Reisen im Dezember auszuklammern).

Was dabei herausgekommen ist, zeigt diese Grafik.Durchschnittsalter

Was man erkennen kann ist, dass die “Jugend-Revolution” mit der Benennung von Jürgen Klinsmann zum Teamchef der Nationalmannschaft begann. Er baute seine Mannschaft auf den jungen Eckpfeilern Schweinsteiger und Lahm auf, zusammen mit den erfahrenen Lehmann und Ballack. Hinzu kamen weitere junge Spieler, wie Per Mertesacker und im Sturm zunächst Kevin Kuranyi und nach der WM 2006 Mario Gomez. In 2004 war dies ein extremer Bruch mit den Gepflogenheiten in der Nationalelf hinsichtlich des Alters und der Erfahrung der Spieler. Vor allem war es jedoch der Start eines Projektes, das sein Ende mit der von Löw geführten Mannschaft bei der EM 2008 fand.

Nach der EM 2008 begann aus meiner Sicht dann ein neues Projekt, unter Hereinnahme von Manuel Neuer, Mesut Özil, Jerome Boateng, Thomas Müller und Sami Khedira. Zusammen mit Schweinsteiger, Lahm und Mertesacker, sowie altgedienten Spielern wie Miroslav Klose und zunächst auch Michael Ballack sollte diese neue Generation sich aufmachen, in den nächsten Jahren den WM Titel wieder nach Deutschland zu bringen. Wo dies endete, wissen wir alle, und erinnern uns sicher gerne daran.

Zurück zum Thema Jugendwahn und zu meiner zugegeben etwas reisserischen Überschrit. Wie ich finde, sollte man nicht von Jugendwahn sprechen. Mit Jürgen Klinsmann hat ein Umdenken in den deutschen Fussball Einzug gehalten, wenn nicht insgesamt, so doch zumindest im Bereich der Nationalmannschaft. Eine Mannschaft wird langfristig aufgebaut, im Stile eines Projekts, mit dem Ziel, dass die Teile aus denen die Mannschaft zusammengestellt wird sich innerhalb eines Zeitraums von bis zu vier bis sechs Jahren zu einer Einheit finden. Zwangsläufig bedeutet dies, dass – will man die Teile möglichst lange und möglichst konstant zusammen halten – die Spieler schon in jungen Jahren an die Nationalmannschaft herangeführt werden müssen.

Im Umkehrschluss wiederum bedeutet dies für Spieler wie Bastian Schweinsteiger, dass sie sich fragen müssen, ob sie denn noch bis zum Ende des jeweils nächsten Projektes dabei sein möchten und vor allem – leistungstechnisch – können. Aus der “Generation Schweini” haben bereits zwei (Mertesacker undLahm) diese Frage mit ihren Rücktritten klar beantwortet. Die Antworten zur Causa Schweinsteiger und auch von Lukas Podolski stehen noch aus. Werden wir die beiden bei der WM in Katar noch erleben? Mein Gefühl sagt: eher nicht.

Written by Dierk

June 30, 2015 at 2:18 pm

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Fazit und finale Spielminutenstatistik zur WM 2010

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Das war sie also, die Fussballweltmeisterschaft 2010. Mit Spanien hat der grosse Favorit gewonnen. Die deutsche Mannschaft hat ueberzeugt und einen dritten Platz erreicht, den man vor der WM nicht unbedingt erwarten konnte. Dabei hat sie ueber weite Strecken sehr schoenen Fussball gezeigt und damit grosse Erwartungen fuer die Zukunft geweckt. Bleibt die Hoffnung, dass sie diesen Erwartungen gerecht wird und wir in 2014 wieder in einem Finale mitfiebern duerfen.

Was bleibt von dieser WM sind Erinnerungen an einige schoene Spiele, und nicht wenige ziemlich schlechte. Wahrscheinlich, und zum Glueck, bleiben wohl auch hier wie so oft die guten Dinge laenger in Erinnerung. Die Nachwirkungen dieser WM sind in einigen Laendern schon zu spueren:

  • Frankreich steht vor einem Scherbenhaufen, den Laurent Blanc aufraeumen darf,
  • Brasilien schaut sich nach einem neuen Nationaltrainer um, der bei der Heim-WM 2014 wohl unter groesserem Druck stehen wird als je ein Nationaltrainer zuvor,
  • England diskutiert ueber Nachwuchsfoerderungsmodelle und die vorherrschende Stellung der Premier League im nationalen Fussball gegenueber der Nationalmannschaft,
  • Argentinien feiert seine Mannschaft (zurecht nach guten Leistungen bis inklusive dem Achtelfinale), muss sich aber entscheiden, ob man fuer 2014 einen Trainer statt einem Fan die Verantwortung fuer die Nationalelf uebertraegt
  • und so weiter (auch im italienischen Verband duerfte es einen interessanten Sommer geben…)

Ganz konkrete Nachwirkungen wird diese WM wie immer bei einigen Vereinen haben, die ihre zahlreichen Spieler in ein paar Wochen zu einem verspaeteten Trainingsauftakt begruessen werden. Einige davon vielleicht noch muede, koerperlich und emotional, von diesen Weltfussballspielen. Die ersten Praesidenten und Manager haben sich dahingehend ja schon geaeussert, vor allem negativ beziehungsweise frustriert darueber, dass ihre Spieler diesen Sommer nur zu einem Kurzurlaub kommen.

Wobei ich mich  anstelle der Verantwortlichen des FC Bayern in diesem Moment eher darueber freuen wuerde, dass die Vertraege meiner Topstars bei dieser WM noch eine schoene Laufzeit haben, und damit die Herren Mueller (2013), Schweinsteiger (2012), Lahm (2012) und auch Robben (2013) vielleicht noch ein bisschen warten muessen, bis sie ihren neu (wieder) erworbenen (gesteigerten) Marktwert in Bares ummuenzen koennen, und wenn sie es denn in Form eines Transfers tun, werden die Kassen in Muenchen ordentlich klingeln. Und ja, Ribery fehlt in der vorangehenden Aufstellung ganz bewusst…

Und damit jetzt zu den abschliessenden Statistiken mit den Spielminuten, die die jeweiligen Ligen und Vereine bei dieser WM in den Nationalmannschaften abgeleistet haben. Wie in den vorhergehenden Blogeintraegen auch hier in dieser Reihenfolge:

  1. Spielminuten nach Ligen
  2. Spielminuten nach Vereinen
  3. Spielminuten der Europapokalteilnehmer 2010/11

Jenachdem wie es meine Zeit in den naechsten Tagen erlaubt, werde ich noch ein paar Bela-Rethy-Gedaechtniskaertchen erarbeiten, und versuchen, ein paar hoffentlich interessante Facts aus meinem Excel-File zu zaubern. Da ich mich in meinen Ausarbeitungen auf die Kennzahl “Spielminuten” fokussiert (und nicht die “hippen” Dinge wie gelaufene Kilometer oder erfolgreiche Paesse verfolgt) habe, bin ich mir noch nicht ganz sicher was und ob ueberhaupt etwas dabei heraus kommt.

Bitte beachten: die Zuordnung zu den Vereinen erfolgt nach der Vereinszugehoerigkeit zum Ende der Saison 2009/10, wobei verliehen Spieler ihrem Leihverein zugeordnet wurden.

1. Spielminuten nach Ligen

Spielminuten nach Ligen

2. Spielminuten nach Vereinen

3. Spielminuten der Europapokalteilnehmer 2010/11

Written by Dierk

July 11, 2010 at 11:15 pm

Spielminutenstatistik der Vorrunde

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94.654 Spielminuten haben die Spieler bei dieser Welmeisterschaft in den letzten 2 Wochen absolviert. Diese Zahl entspricht dabei der Summe der Minuten, die die 22 Spieler jeweils fuer sich absolviert haben, also grob gesagt 48 mal 990 Minuten mal zwei, abzueglich der durch rote Karten verlorenen Zeit. Nicht eingerechnet dabei die knapp 200 Minuten Nachspielzeit, die die Schiedsrichter insgesamt gewaehrt haben.

Apropos Nachspielzeit. Diese Extraminuten wurden bei dieser WM lediglich von Suedkorea, den Niederlanden (mit freundlicher Unterstuetzung der Daenen) jeweils in der ersten Halbzeit, sowie Uruguay, Neuseeland, Italien und den USA in der zweiten fuer Tore genutzt.

Und damit zu den “Abschlusstabellen” der Vorrunde, die im Vergleich zu den ersten beiden Spieltagen keine grossen neuen Erkenntnisse liefert, da die eigentlichen Trends sich ja bereits in den vergangenen Artikeln gezeigt haben (1. Spieltag, 2. Spieltag).

Im Ranking der weltweiten Ligen zeigt sich Deutschland etwas “erholt”, denn die Vertreter der Bundesligen haben etwas ueberdurchschnittliche Einsatzzeiten gewaehrt bekommen, gleiches gilt fuer die Spieler aus den italienischen Ligen. Beides wohl jeweils auf Kosten der englischen Ligavertreter. Dies aendert aber natuerlich nichts daran, dass insgesamt rund einer von fuenf Spielern, die bei dieser WM auf dem Platz gestanden haben, in der vergangenen Saison sein Geld in den englischen Ligen (Premier League, League Championship…) verdient hat.

Ein Trend der sich ebenfalls verfestigt hat ist der, dass die Spieler aus den Topligen im Verhaeltnis mehr Spielminuten ableisten, als Spieler aus diesen Ligen abgestellt sind. Interessant ist, wobei nicht in der nachstehenden Tabelle aufgefuehrt, dass im Falle der slovenischen Nationalmannschaft die beiden Vertreter aus der heimischen Prva Liga bei diesem Turnier keine Minute zum Einsatz kamen. Auch im Falle der Serben waren es lediglich 15 Minuten bei 2 Spieleren aus der serbischen SuperLiga. Und dies wird in diesen beiden Faellen ja auch so bleiben.

Auch bei den Vereinsmannschaften mit den meisten Spielminuten bei dieser WM gab es keine grossen Aenderungen mehr, der FC Barcelona hat seine Fuehung bei den von allen Spielern insgesamt absolvierten Spielminuten sogar noch ausgebaut. Um nicht nur immer die gleichen Geschichten zu wiederholen, habe ich noch eine Kennzahl zu dieser Tabelle hinzugefuegt, naemlich die durchschnittlichen Spielminuten der jeweiligen Vereinsvertreter. Man kann sehen, dass diese Zahle bei den “Top 6” recht homogen ist (mal abgesehen vom “Klose-Badstuber-Effekt” bei den Bayern), was dazu fuehrt, dass die Mannschaften mit den meisten Abstellungen letztlich auch die meisten Minuten erbracht haben.

Ein paar Ausnahmen gibt es natuerlich, und vor allem Udinese aus der Serie A ist hier bemerkenswert, denn mit nur acht Vertretern haben sie es auf Platz 7 dieses Rankings geschafft, und mit der Ausnahme von Alexis Sanchez (Chile, ausgwechselt in der 65. Minute) haben alle Spieler aus Udinese am 3. Vorrundenspieltag die volle Spielzeit absolviert, und damit die zweithoechste Gesamteinsatzzeit fuer diesen Spieltag erreicht.

Der FC Fulham ist eine weitere Ausnahme, und mit Ausnahme von Kagisho Dikgacoi (Suedafrika, am letzten Spieltag nicht zum Einsatz gekommen) haben alle derzeit am Craven Cottage beheimateten WM-Teilnehmer jede Spielminute bei diesem Turnier auf dem Platz gestanden.

Die Tatsache, dass die englischen Vereine die meisten Spielminuten bei dieser WM “abliefern” fuehr natuerlich auch dazu, dass die Premier League im Vergleich der Spielminuten der naechstjaehrigen Europapokalteilnehmer deutlichst vorne liegt und ihre Vertreter insgesamt gut 50% mehr an Arbeit verrichten mussten als die naechstplazierten aus der Primera Division.

Da diese Tabelle eigentlich unter dem Aspekt der Vereinszugehoerigkeit 2010/11 betrachtet werden muss, belasse ich es mal bei der rein tabellarischen Aufarbeitung. Eine 2010/11-basierte Auswertung habe ich mir mal vorgenommen, muss aber noch nach einer geeigneten Webseite suchen, die einen guten Ueberblick ueber alle Transfers fuer die neue Saison bietet (und auch die etwas exotischeren Ligen beinhaltet, so dass sie die meisten der 736 Spieler dieser WM abdeckt).

Damit verabschiede ich mich erst einmal in den Heimaturlaub. Da ich die naechsten 8 Tage selten Zugriff auf ein freies Wifi-Netz haben werde, gibt es einen Update zur Spielminutenstatistik wohl erst wieder nach den Viertelfinals. Viel Spass also bei den kommenden do-or-die Spielen dieser Weltmeisterschaft.

Written by Dierk

June 26, 2010 at 6:37 am

Spielminutenstatistik Vorrunde (2. Spieltag)

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Die entscheidenden dritten Partien der Gruppenphase sind in vollem Gange, da wird es Zeit, dass ich schnell noch die nach dem zweiten Vorrundenspieltag aktualisierte Spielminutenstatistik nachlege. Viel hat sich nicht geaendert, allerdings ein paar interessante Beobachtungen sind zu machen:

In der ersten Tabelle wieder das Ranking der Ligen (1. und 2. Ligen jeweils zusammen gefasst, soweit relevant). Erstaunlich der heftige Trend nach unten fuer die Vertreter der deutschen Ligen, die in den jeweils zweiten Gruppenspielen satte 780 Spielminuten weniger auf dem Platz standen als noch in den ersten Begegnungen, wozu Miroslav Klose (zusammen mit unserem spanischen Schiri-Sportsfreund) nur einen kleinen Beitrag geleistet hat. Im grossen und ganzen sind die Spielminuten zwischen erstem und zweitem Spieltag recht stabil, was den Trend bei den Bundesligavertretern um so bemerkenswerter macht.

Spielminuten nach Ligen, minimum 1000 Minuten

Im Teamranking hat der FC Barcelona seine “Fuehrung” verteidigt, wobei interessant ist, dass Liverpool an diesem zweiten Spieltag mit grossem Abstand den Hoechstwert aufgestellt hat, und sage und schreibe 250 Spielminuten mehr auf seine Spieler vereinigen konnte als noch am vorangegangenen Spieltag. Nach wie vor haben die fuenf Vertreter des FC Fulham jede moegliche Minute bei dieser WM auf dem Platz gestanden.

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Spielminuten nach Klubmannschaften, minimum 700 Minuten, Europapokalteilnehmer rot unterlegt

Beim Blick auf die Europapokalteilnehmer der naechsten Saison bleiben die englischen Vereine weiterhin mit deutlichem Vorpsrung vorne, wenn es um die geleisteten Spielminuten geht. Unterdessen waechst der Abstand zwischen den italienischen und deutschen Vereinen leicht an, aber die 300 Minuten Unterschied sind nicht wirklich so signifikant, als dass sie einen groesseren Einfluss auf die Fitness und einen moeglichen Kraefteverschleiss bei der einen gegenueber der anderen Liga haben sollten.

Interessant vielleicht ein Vergleich der Minuten der Champions League Teilnehmer: Chelsea, Liverpool und Barca mit jeweils mehr als 1500 Minuten (das entspricht grob 1,5 kompletten Spielen einer Elf) auf der einen Seite und AC Mailand (352 min.), Sampdoria (209 min.), Werder (475 min.) und Schalke (243 min.) auf der anderen. Das sind schon riesige Unterschiede alleine innerhalb der Top 4 Ligen in Europa.

Spielminuten der Europapokalteilnehmer nach Ligen

So viel fuer heute. Mehr am Freitag abend, wenn die Vorrunde abgeschlossen ist.

Written by Dierk

June 22, 2010 at 8:19 pm

Spielminutenstatistik Vorrunde (1. Spieltag)

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Spielminuten nach Ligen (alle Verbaende)

Spielminuten nach Klubmannschaften

Spielminuten der Ligen und ihrer Europapokalteilnehmer

Es ist zwar schon nahezu die Haelfte des zweiten Vorrundenspieltages durch, aber ich moechte trotzdem noch ein paar Statistiken zu den Spielminuten und ihrer Verteilung auf die Vereinsmannschaften nachreichen.

Wie nicht anders zu erwarten, sind die Ligen aus England in dieser Statistik deutlich vorne, im Vergleich zur Verteilung der Spieler sogar noch deutlicher. Waehrend knapp 16% der Spieler bei dieser WM in der vergangen Saison in den englischen Ligen gekickt haben, verteilen sich auf diese 16% der Spieler deutlich ueber 21% der Spielminuten.

Schaut man sich die Top 5 an, sind diese identisch mit den ersten fuenf Mannschaften der UEFA Fuenfjahreswertung. Auch fuer die Summe der Minuten und Spieler dieser Gruppe von Ligen gilt, dass der Anteil der Minuten (61%) sehr deutlich ueber dem Anteil der Spieler liegt (52%).

Es zeigt sich also, dass die starken europaeischen Ligen nicht nur die Kader der Nationalmannschaft insgesamt dominieren, sondern dass es vor allem die Spitze dieser Kader aus Spielern der grossen Ligen besteht. Nicht wirklich ueberraschend, oder? Aber trotzdem eine schoene Spielerei…

Wenn man sich die Details in der Vereinstabelle ansieht, tauchen auch dort die ueblichen Verdaechtigen auf: Barca, Chelsea, und auf dem dritten Rang schon die Bayern. Interessant finde ich den Abstand zwischen Chelsea und Liverpool, jeweils mit 12 Spielern bei dieser WM vertreten, jedoch knapp 150 Minuten Unterschied bei der Einsatzzeit, also fast 2 “Spielerequivalente”.

Von den Mannschaften, die mindestens 5 Spieler abstellen, ist der FC Fulham der einzige Klub, dessen Spieler bislang die volle Einsatzzeit absolviert haben. Von den Mannschaften mit mindestens sieben Spielern bei diesem Turnier bekommen bislang Twente Enschede (219 Minuten), Hamburger SV (203 Minuten), VfB Stuttgart (230 Minuten) und – man lese und staune – der grosse AC Mailand (180 Minuten) ihre Spieler am ausgeruhtesten zurueck.

Ein Blickwinkel, der mich besonders interessiert ist, wie sich die Spielminuten auf Mannschaften verteilen, die naechstes Jahr in den Europapokalwettbewerben vertreten sind. In der letzten Tabelle finden sich die Ligen mit ihren jeweiligen Champions League und Europa League Vertretern, und auch hier ist die Premier League weit vorne, allerdings haben die Spanier den zweiten Platz inne, was hauptsaechlich auf die “Spitzenlastigkeit” dieser Liga zurueck zu fuehren ist, da die meisten WM-Teilnehmer aus den spanischen Ligen auch von den dortigen Topklubs kommen.

Deutschland und Italien sind bislang sehr nahe beieinander, was wohl den Effekt dieser Weltmeisterschaft auf die Fuenfjahreswertung und den Kampf um den dritten Platz in diesem Ranking gering lassen duerfte, aber es sind ja erst ein Drittel der Vorrundenspiele in diese Statistik eingeflossen.

Zu beruecksichtigen ist hier, dass die Statistik sich auf die Vereinszugehoerigkeit zum Ende der letzten Saison bezieht, und die Aktivitaeten auf dem Transfermarkt noch einige Verschiebungen mit sich bringen werden. Auch das duerfte eine interessante Statistik werden, sozusagen eine “vorher” vs. “nachher” Betrachtung. Ich schaetze mal, demnaechst in diesem Theater…

So viel fuer heute. Ich werde diese Statistiken mit den weiteren Vorrundenspielen aktualisieren, mit dem Update nach dem zweiten Spieltag wahrscheinlich am Dienstag, die komplette Vorrundenstatistik wohl erst ein paar Tage nach dem Abschluss selbiger.

Written by Dierk

June 18, 2010 at 8:53 pm

England reveals new high-tech football

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England's "Marsipulami" football

England's "Marsupilami" football

The English World Cup delegation has revealed an alternative football, named “Marsupilami”, which is said to have highly optimized flight and bounce characteristics. The English FA has been requesting an ad-hoc hearing with FIFA officials to present their case to replace adidas’ “Jabulani” football with this new high tech football. According to a spokesperson for the English team, “Marsupilami” was used in England’s goalkeeping practice all the way back since May.

Written by Dierk

June 16, 2010 at 9:28 pm

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Captain Number-Crunch (Teil 3)

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Wer haette das gedacht, dass etwas das als reiner Zeitvertreib begonnen hat, mir heute einen Bloglink auf myspox.com und mit selbigem 150 Blogleser an einem Tag bringt…

Ausgangspunkt fuer den ersten Artikel war ja meine Neugier, ob eine der europaeischen Ligen im Kampf um die Europapokalplatzvergabe via UEFA-Fuenfjahreswertung moeglicherweise einen Nachteil durch verstaerkte WM-Abstellungen erleiden wuerde. In einem zweiten Artikel gestern (bislang auf Englisch) habe ich mir dann die Migration von Fussballern ueber Kontinente hinweg angeschaut.

Heute nun wollte ich den Vereinsfaktor etwas herausnehmen und ein paar neue Blickwinkel hinzufuegen, und siehe da, heraus kam eine dieser Analysen die schon beim ersten Hinsehen eine recht deutliche Aussage treffen. Hier die Tabelle, die ich erstellt habe:

Die Tabelle listet alle europaeischen WM Teilnehmer, mit ihrem Ranking in der UEFA Fuenfjahreswertung. In der dritten Spalte findet sich die Anzahl der Laender, aus deren Ligen sich die jeweilige Nationalmannschaft rekrutiert, und in Spalte vier sozusagen der umgekehrte Blickwinkel, also die Anzahl der Nationalmannschaften, zu denen die Ligen dieses Landes Spieler abstellen. In der letzten Spalte dann noch die Zahl der Nationalspieler, die in den jeweiligen Heimatligen spielen.

Die jeweiligen Zahlen ergeben ein sehr stimmiges Bild, und ich interpretiere einmal folgende “Dreiteilung” in diese Daten hinein:

Zuerst haben wir die “Fussballimporteure”, also die Nationen, deren Ligen mit ihrer Finanzkraft und daraus resultierendem Erfolg und internationaler Praesenz ihrer Vereine viele Topspieler aus anderen Laendern anziehen. In diesem Kreis finden sich auch die drei Laender, deren Nationalmannschaften sich ausschliesslich aus Spielern ihrer eigen Ligen zusammen setzten: England, Deutschland und Italien, sowie Spanien, das lediglich 3 Spieler von ausserhalb der Primera Division nominiert hat.

Die zweite Gruppe sind die “Importeure/Exporteure”, also Laender und Ligen, die eine Menge auslaendische Talente anlocken, aber die auch ihre Topspieler an die Ligen der ersten Gruppe verlieren. Ich war nicht wenig ueberrascht, dass Frankreich nach allen Kriterien so deutlich in diese Gruppe faellt, da sich die franzoesische Liga dank ihrer Erfolge in Champions und Europa League eindeutig als eine der Topligen in Europa positioniert hat. Aber immerhin mehr als die Haelfte der Spieler in der franzoesischen Nationalmannschaft verdient ihr Geld ausserhalb Frankreichs (=Exporteur) und 15 verschiedene Nationalmannschaften rekrutierten ihre Spieler teilweise aus den franzoesischen Ligen (=Importeur).

Die letzte Gruppe ist die der Exporteure, in diesem Falle spielen nahezu alle Topspieler dieses Landes im Ausland, und die drei Beispiele bei dieser WM sind die Slovakei, Serbien und Slovenien, die jeweils lediglich zwei Spieler aus ihren Heimatligen nominiert haben. Zwei Nationen, die Schweiz und Daenemark, sind Grenzfaelle, denn das Kriterium eines “Importeurs” erfuellen sie nur bedingt, da sie nur Spieler zu vier beziehungsweise drei Nationalmannschaften abstellen.

Interessant finde ich die Tatsache, wie stark die Trennung dieser drei Gruppen auch mit der Fuenfjahreswertung uebereinstimmt. Nicht so sehr ueberraschend ist fuer mich die Tatsache an sich, denn wenn die Topspieler ihre Heimatligen verlassen schwaechen sie diese ja damit zwangslaeufig, aber erstaunt bin ich von der Klarheit des Ergebnisses.

Soviel fuer heute. Dies waren fuer mich bislang die interessantesten Erkenntnisse. Ich glaube, dass es dabei auch erstmal bleibt, bis zumindestens die Vorrundenspiele vorbei sind und eine erste spielminutenbasierte Analyse Sinn macht. Bis dahin, sollte jemand spezielle Fragen haben, die sich mit dem vorhandenen Datenmaterial beantworten liessen, gehe ich gerne darauf ein.

Written by Dierk

June 9, 2010 at 9:40 pm